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Das Europa einer neuen Generation

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12

06

2008

Hallo, ich bin ein Virus aus Neapel


HALLO,

ICH BIN EIN VIRUS AUS NEAPEL. AUS GRÜNDEN MANGELNDER ERFAHRUNG, TECHNISCHER UND WIRTSCHAFTLICHER MITTEL UND ...

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27

11

2007

EXKLUSIV: Meru, die Second-Life-Alternative mit europäischem Kennzeichen

In Italien bist du als Student spätestens mit 27 Jahren jenseits von Gut und Böse. Vladlen Koltun hat schon mit 21 seinen Phd gemacht und lehrt seit drei Jahren Computer Science in Stanford, der "Studierstube" von Silicon Valley, in der auch die Gründer von Google und You Tube die Schulbank gedrückt haben.

Vladlen empfängt uns in seinem Büro auf dem Campus. Zur Zeit arbeitet er an einem Projekt, das sich schlichtweg revolutionär anhört: einem „Second-Life-Killer“, d.h. dem Gegenentwurf zu Second Life, jener virtuellen Community, die aktuell nicht nur mediale Aufmerksamkeit, sondern auch jede Menge Geschäfte anzieht. „Second Life hat ein echtes Problem mit der Skalierung, zu viele gleichzeitige Logins verträgt es nicht. Außerdem ist es nicht sonderlich sicher: Du kannst leicht Unterhaltungen mithören oder in Bereiche vordringen, zu denen du keinen Zugang hast. Mit unserem Projekt werden diese Probleme dann alle Vergangenheit sein.“ Diese Idee der Stabilität suggeriert auch der Name des Projekts: Meru meint im Buddhismus das Rückgrat der Welt, das, was alles zusammenhält.

Prof. Koltun (links - das Foto stammt von der Website, die die Stanforder Forschungsgruppe vorstellt) leitet das Projekt, das von der National Science Foundation und der Alfred P. Sloan Foundation unterstützt werden. Seit Januar 2007 ist eine Virtual World Group am Werk, ein multinationales Team von neun Forschern; sie kommen aus Indien, China und den USA. Und Vladlen? Seine Muttersprache ist Russisch, daneben spricht er fließend Englisch und Hebräisch. „Ich komme aus der Ukraine, die, als ich geboren wurde, noch zur UdSSR gehörte – ein Land und eine Kultur, die verschwunden sind. Deshalb sage ich noch manchmal, ich fühle mich mehr Sowjetbürger als Ukrainer....“ Er lacht: „Nein, im Ernst: Wenn ich mich irgend "etwas fühlen" soll, dann muss ich zugeben: Ich fühle mich als Europäer. Der Alte Kontinent ist für mich viel mehr Heimat als die USA, in denen es praktisch keine ästhetische Tradition gibt. Wenn ich mich hier umschaue, sehe ich nichts, was wirklich schön und liebenswert wäre."

Wahrscheinlich hat es auch damit zu tun, dass Vladlen jetzt an einer "Alternativ-Welt" arbeitet, an seiner virtuellen Realität. Eine erste Version von Meru soll Ende 2008 abgeschlossen sein. „Aber wir müssen aufpassen: Ähnliche Ideen gibt es bereits in dem Roman Snow Crash von Neal Stephenson, der von bestimmten Computerspielen erzählt, mit denen sich die Welt verändern lässt.“ Die wirkliche Welt scheint Vladlen hingegen nicht so sehr zu interessieren: Aus seinem Projekt ein Geschäft zu machen, daran hat er noch nicht gedacht. „Auch das Internet war am Anfang nicht kommerziell gedacht. Und seine ersten Schritte hat es auch hier gemacht, in Stanford, mit dem Projekt Arpanet.“ Wie es damit weiterging, ist ja allgemein bekannt. Kein schlechter Anfang also für den jungen "Sowjetbürger"...

16

11

2007

Im Herzen von Wikipedia und weitere News aus Florida

Ich verlasse Tampa in Florida: bereichert durch viele neue außergewöhnliche Erfahrungen.

Wikipedia – eine großartige Sache und das als no-profit-Organisation! Am Freitag traf ich Sandy Ordonez, die Pressesprecherin der Wikimedia Foundation. Von ihr erfahre ich viel Neues über diese beeindruckende Organisation, die die allseits bekannten Webseite Wikipedia verwaltet.

Das muss man sich erst vorstellen: Mit nur zwölf Angestellten verfügen sie über einen Betrag von etwa 1,5 Millionen Dollar, das auch Dank einer Reihe von Individualspenden von im Schnitt 25$. Wie machen die das? Die Grundidee ist so einfach wie universell: Wissen soll jedem und kostenfrei zur Verfügung stehen. Um das zu gewährleisten, sind die freien Mitarbeiter von Wikipedia an jeder Phase des Projekts beteiligt. „Jede einzelne Pressemitteilung, die wir herausgeben“, erklärt Sandy, „wird zuerst in einer Gruppe von fünfzig ausgewählten Mitgliedern von Wikipedia abgestimmt“. Das würde ich mir für cafebabel.com auch so wünschen! „Es ist nicht einfach, immer das richtige Gleichgewicht zu finden zwischen Kompromissbereitschaft und der Notwendigkeit, eine Entscheidung zu treffen.“

Im Eingangsbereich der Wikimedia Foundation: das Büro hat etwa 100 m2, vorne eine Karte mit allen Wikipedia-Logos. Im Januar 2008 wird die Stiftung nach San Francisco umziehen. In der Bucht von Tampa hat auch die Wikia ihren Sitz, die Gesellschaft von Jimmy Wales, dem Gründer von Wikipedia.

 

„Links unsere Fundraising-Strategie. Da hat Wikipedia gerade eine neue Kampagne gestartet. Rechts: Fanpost aus der ganzen Welt.“


St. Petersburg Times – wenn Qualitätsjournalismus in der Lokalpresse beginnt. Hier habe ich Bill Duryea getroffen (links auf dem Foto mit einem Zuckertütchen von cafebabel.com in der Hand). Er ist Redakteur und hat mir ausführlich die Geschichte einer der beliebtesten Lokalzeitungen der Vereinigten Staaten erzählt (siehe auch den Bericht von den New York Times). Die St. Petersburg Times stützt sich auf ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell: Zuletzt hat sie eine kostenlose Tageszeitung für Jugendliche und eine Zeitschrift mit Gesundheitstipps für Frauen herausgebracht. Dabei verdankt sie ihr hohes Niveau ihrer besonderen Gewichtung der Lokalnachrichten aus Florida ebenso wie der nationalen und internationalen News.


Poynter Institute – die Kaderschmiede für Nachwuchsjournalisten. Das Poynter ist eine sehr rennomierte Einrichtung, die Ausbildungsmöglichkeiten für Journalisten bietet und sie dabei interessante Recherchen anstellen lässt (siehe dazu die Studie über die Leserperspektiven). Ich habe mich hier mit Bill Mitchell, dem Redakteur von Poynter on-line, und Howard Finberg, dem Redakteur von Newsu.org, unterhalten. Während die eine Webseite aufschlussreiche Diskussionen und Anaysen zum Journalismus sowie Stellenangebote im Bereich der Medien bietet, kann man auf der anderen an einem prima Online-Training für Jungjournalisten teilnehmen. Kostenlos und sehr nützlich.

Noch eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: morgen muss ich um fünf Uhr aufstehen. Dafür gibts zwei gute: Heute abend war ich bei Giusy eingeladen. Sie stammt aus Sizilien, hat aber auch in Neapel gelebt und hat mich zusammen mit ihrem amerikanischen Freund Chris zu einem after dinner mit kalter Schokolade und Abbracci, einem „Andenken an Italien“ eingeladen (siehe das Foto von Chris). Außerdem fliege ich morgen nach NYC zum letzten Etappenziel meiner USA-Reise. Ich bin völlig erledigt, aber trotzdem sehr froh, dieses fantastische Abenteuer erleben und mit euch teilen zu können. Ihr dürft mir also viel Glück für die letzte Runde wünschen!