
Natürlich hat unser besonders "n(e)apolitanischer" Präsident - Giorgio Napolitano - bei seinem Amerikabesuch versucht, das düstere Bild, das die New York Times von seinem Bel Paese gezeichnet hatte, ein wenig aufzubessern. "Italien ist ein starkes Land, auf das man auf jeden Fall zählen kann. Man muss vielleicht nicht übermäßig optimistisch sein - aber, was die New York Times in ihrem Artikel verbreitet, ist reine Sensationshascherei."
Was behauptet denn die New York Times? Zumindest hat sie nichts dazu erfunden: Dass Italien über kurz oder lang von Spanien überholt wird, was das Bruttoinlandsprodukt angeht. Dass 11% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Dass die beiden Enthüllungsbücher, La Casta und Gomorrha (siehe unser Interview mit Roberto Saviano), ein zutreffendes Bild der aktuellen Misstände zeichnen. Und dass die Italiener in ganz Westeuropa das unzufriedenste Land sind, wie eine Erhebung der Universität Cambridge bestätigt - durchgeführt hat sie ein Italienerin, Luisa Corrado.
Daneben spricht das Blatt vom Times Square (auf dem Foto ein Blick in das Büro von David Mc Craw, einem der stellvertretenden Chefs) ein Thema an, das speziell die Eurogeneration betrifft: Es gibt ganz klare Generationenunterschiede. Im Artikel wird der Blogger Mario Adinolfi zitiert: "Hier in Italien wäre es undenkbar, dass ein paar Dreißigjährige in einer Garage ein Projekt wie Google aufziehen." Dabei müssen wir Adinolfi korrigieren: Larry Page und Sergei Brin waren gerade mal um die Zwanzig, als sie die erste Suchmaschine der Welt aus der Taufe hoben. Und es sind gerade die Jungen - "die gut ausgebildeten, die viel reisen und sich im Internet auskennen" - die den Wechsel einleiten könnten, von dem der Autor des Artikels spricht, "aber nur, wenn sie die Generation, die heute an der Macht ist, ablösen." Viele von diesen jungen Leuten verlassen aber - immer noch - lieber gleich das Land. Da sollte Napolitano der Realität ins Auge sehen: Italien entwickelt sich mehr zurück als nach vorn. Die Umfragewerte, die der Corriere della Sera veröffentlicht hat, bestätigen das: Über 90% der Italiener stimmen dem Bericht aus den New York Times zu. Reine Sensationshascherei, sagt der Präsident dazu.

Die Washingtoner U-Bahn: elegant.
Multikulti: wenn alles zusammen passt.
Offline Werbung für Webseiten: zeitgemäß.
Die New Yorker U-Bahn: eng, schmutzig, "bäh!".


Unze, Gallone, Meile...: grrrr. Auf dem Foto die Messbecherchen, die Giusy zum Kochen benutzt.
St. Petersburg Times – wenn Qualitätsjournalismus in der Lokalpresse beginnt. Hier habe ich Bill Duryea getroffen (links auf dem Foto mit einem Zuckertütchen von cafebabel.com in der Hand). Er ist Redakteur und hat mir ausführlich die Geschichte einer der beliebtesten Lokalzeitungen der Vereinigten Staaten erzählt (siehe auch den Bericht von den New York Times). Die St. Petersburg Times stützt sich auf ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell: Zuletzt hat sie eine kostenlose Tageszeitung für Jugendliche und eine Zeitschrift mit Gesundheitstipps für Frauen herausgebracht. Dabei verdankt sie ihr hohes Niveau ihrer besonderen Gewichtung der Lokalnachrichten aus Florida ebenso wie der nationalen und internationalen News.










